menschlich betrachtet..

geschrieben von stefan | 30 Jun, 2010, 22:18
Die Egozentriker rund um mich leben in einer ewigen Illusion; sie glauben uneigennützige Dinge zu vollbringen und fühlen sich immer wieder von denjenigen Menschen gedemütigt, welche die Courage besitzen, die Möglichkeit zu bieten, in ein erfüllendes Leben voller Tugenden und Nächstenliebe überzutreten.

Psychohygiene

geschrieben von stefan | 5 Jun, 2010, 18:15

Nun weiß ich, dass wenn ich mir meinen linken Zeigefinger in den Mund und meinen rechten Zeigefinger in den Allerwertesten stecke, hinterher am rechten Zeigefinger weniger Mikroorganismen kleben als auf dem "Oralbohrer". Da soll noch mal einer "geh bitte wäh" zu den Arschfetischisten sagen... Die letzten Tage waren generell recht Krankenhauslastig: Die Ex liegt im Krankenhaus, haben sie gesagt. Dann mal zwei Stunden banges Überlegen ob man sie besuchen soll oder nicht, ob man nach dem Befinden fragen soll oder nicht, naja. Sie ist auf Revers rausgegangen und dann acht Stunden zu dem Neuen gefahren und hat sich dort ins Krankenhaus gelegt, haben sie gesagt. Also zwei Stunden Bangen für Arsch und Friedrich, irgendwie. Müssen ja lebensbedrohliche Zustände gewesen sein, wenn man acht Stunden mit dem Auto fahren kann.

Ich verstehe nicht warum man langwierig Desinfektionsmethoden erklärt und im selben Luftzug immer von Ineffektivität und Restrisiko spricht. Kann man Methoden nicht so lehren, dass diese optimal und effektiv angewandt werden? Der Staubsaugervertreter spricht doch auch nicht von der ultimativen Saugleistung und erwähnt im selben Satz jedesmal, dass Schwermetalle unter Umständen nicht eingesaugt werden!?

Außerdem habe ich gelernt, dass Raucher das Gesundheitssystem nicht belasten. Denn dieser Faktor ist nur einer von vielen Risiken und Erkrankungen können nicht explizit darauf rückgeführt werden. Ach, ihr dummen Menschen.

Ich, jedenfalls, werde jetzt meine Sozialhygiene fördern und den schönen Wochenendabend mit Freunden verbringen. Für mich, Psychohygiene...

Gedankensprünge

geschrieben von stefan | 1 Jun, 2010, 02:31

Heute war ein besonderer Tag. Ich verlor einen Freund. Ich weiß, dass dieser Arbeitskollege den ich, so glaube ich nach einem Jahr Partnerschaft, meinen Freund nennen darf, aus meinem Dienstrad ausscheidet und den ich zu respektieren, schätzen und bewundern gelernt zu habe, einen bitteren Abschied darstellt. Leider komme ich, nun nach mittlerweile einem Jahr darauf, dass sich dieser Kolllege wunderbar dazu eignet, ein Gesellschaftsbier, im gemütlichen Kreise zu genießen. Lieber Freund, ich werde dich missen...

Eine weitere Erfahrung, die ich heute erfahren durfte ist die Ignorranz und Ungerechtigkeit die andere Menschen mit voller Absicht Anderen wiederfahren lassen. Ein weiser Mensch in meinem Umfeld, sprach in diesem Zusammenhang von Karma. Karma ist ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat. Diese muss nicht unbedingt im aktuellen Leben wirksam werden, sondern kann sich möglicherweise erst in einem der nächsten Leben manifestieren.(vgl:wiki) Ich bedaure die Menschen, die mit vollem Bewusstsein anderen Ungerechtigkeit wiederfahren lassen, ohne dabei zu realisieren, welchen Schaden sie anrichten. Definitiv handelt es sich nämlich um einen solchen, sei es psychisch oder physisch. In der Moderne werden diese Verhaltensmuster auch Mobbing genannt und ich konnte heute beeindruckt feststellen, dass diese Lehrbuchmethoden, tatsächlich auch in der Wirklichkeit existieren und die primitivsten Verhaltensmuster der Menschen untermauern: Superbia, Avaritia, Luxuria, Ira, Gula, Invidia und Acedia.

Immer wiederkehrende Träume einer verflossenen Liebe. Warum erscheinst du in meinen Träumen? Ich wache spät in der Nacht auf und denke daran wie es früher war. Ich spüre die tiefe Zuneigung, das Verlangen nach körperlicher Nähe und die Sehnsucht nach dir. Warum kann ich nicht vergessen und warum kehren diese Erinnerungen immer und immer wieder? Bin ich bereit für eine neue Liebe? Fragen über Fragen, und die Antworten sind ungewiss...

...

geschrieben von stefan | 11 Apr, 2010, 16:48

Es vergehen Sekunden, Minuten und es werden daraus Tage in denen ich auf meiner Couch sitze und nur an eines denke: Sie. "Gib mir bitte Zeit" hat sie gesagt. Lächelnd und verständnisvoll stimmt man dem zu und weiß genau, es folgen Tage der Depression. Man steht mit dem Gedanken an sie auf und geht mit dem Gedanken an sie ins Bett. Beim Zähneputzen, während man den Frühstückskaffee trinkt und während man im Supermarkt die Milch sucht denkt man daran, ob das Warten noch lange dauern wird. Wo ist sie, was macht sie gerade und denkt sie an mich? Ich mache mir Hoffnungen, ich träume davon wieder neben ihr aufzuwachen und ich habe Angst davor, gesagt zu bekommen: "Das mit uns ist für immer vorbei."

Jeden Tag den ich warte, hoffe ich. 

 

Die Melancholie wird zum Begleiter

geschrieben von stefan | 28 Mär, 2010, 20:22

Ja die gute Herbstdepression, die hat ja jeder zweite, völlig normal, ein Großteil der Bevölkerung leidet an diesem Umstand, dass die Tage kürzer werden, das Licht weniger wird, die Umwelt an Farben verliert und es kalt wird rund herum. Eigentlich ja nicht nachvollziehbar, dass jetzt wo die Welt wieder zu Lächeln beginnt, die Melancholie die Seele quält und die Gedanken aufs Gemüt drücken und man sich wünschen würde, frei von jeden Gedanken, völlig schwerelos im Nichts zu schweben.

Ich bin darüber hinfort, habe abgeschlossen mit dem Menschen, den ich die letzten 3 Jahre liebte, für den ich selbstlos und ohne einen Gedanken darüber zu verlieren mein Leben gegeben hätte. Man versucht, diese Sätze immer wieder zu wiederholen und sie zu verinnerlichen, sodass unterm Strich dieser Realistengedanke "Es hat einfach nicht mehr funktioniert, es ist nun besser so" stehen bleibt. Irgendetwas tief im Inneren wehrt sich gegen diesen Gedanken, es macht auf sich aufmerksam, ich komme mir vor, als würde mich aus einem tiefen Loch eine Stimme rufen, die nicht in der Ferne verstummen möchte. Das Dunkle in diesem Loch ist düster und wirkt furchterregend. Nun bin ich in der Situation, dass ich nicht weiß ob ich in dieses Loch zurückrufen soll, ein Licht hineinwerfen oder ein Seil hinunterlassen soll. Hineinspringen werde ich nicht.

Loslassen

geschrieben von stefan | 21 Mär, 2010, 01:01

Die Beziehung zwischen zwei vermeindlich Seelenverwandten, stellt sich dann doch nach Jahren des Zusammenlebens als Lebensabschnitt heraus, der wie schon das Wort verrät auf einmal ein Ende hat. Was aber tun mit den offenen Gedanken: Warum war es zu Ende, was hat man falsch gemacht und welche Schritte waren unausweichlich? Man zieht sich zurück, man spricht mit Freunden, man spricht sogar mit dem Ex-Partner und man versucht so gut es geht Antworten zu finden. Und dann? Dann kommt ein Satz, den ich nie verstehen werde, weil er mit rationalen Gedanken einfach nichts zu tun hat und dennoch immer wieder fällt:

"Bleiben wir Freunde".

Ich fange von hinten an: Freundschaft. Der Freund, dem ich alles erzählen kann, der - egal welche Entscheidungen ich im Lebe treffe - hinter mir steht, mir ein offenes Ohr leiht und mit Rat und Tat zur Seite steht, immer ehrlich zu mir ist und auf den ich mich immer verlassen kann, in dem ich Vertrauen habe und mit dem ich meine intimsten Geheimnisse teile. Diese Freundschaft soll nun zwischen zwei Menschen funktionieren, die sich vor kurzem dazu entschieden haben getrennte Wege zu gehen und die sich gegenseitig Leid und emotionalen Schmerz zugefügt haben? Der rationale Denker sagt nun: No Way. Ich sage, so sehr ich diesen rationalen Gedanken in mir suche und auch herbeisehne, daran denke, darüber philosophiere und ihn befürworte, letztendlich formen sich meine Lippen zu einem Satz: "Bleiben wir Freunde". Und das tut, wenn auch nicht sofort, wieder weh.

Die Kirche

geschrieben von stefan | 18 Mär, 2010, 22:45

Manche nennen die selbstkritischen Gedanken vor dem Schlafengehen Gebet, ich nenne es Meditation. Wenn ich nun sagen würde, ich bete tagtäglich, könnte meine Diazöse wohl damit argumentieren, 205 Euro Jahresbeitrag seien immer noch zu wenig, weil die Grundidee des abendlichen Gebetes ja doch irgendwie mit der Erziehung nach christlichen Werten zusammenhängt. Ich mag kritische Ansichten, andere Perspektiven, doch der Begriff "Glaube" stellt mich immer wieder vor ein Rätsel. Glauben an was? An den heiligen Vater, den Gott, der dich mit offenen Armen, weißer Kutte und langem Rauschebart an der Himmelspforte empfängt, wenn du das Zeitliche segnest? Oder glauben daran, dass der Mensch als "Energie" nicht verschwinden kann und wir in irgendeiner Form ohne Bewusstsein weiterexistieren? Oder der Glaube an den Menschen als solches, an das Dasein selbst und als Ziel der Evolution den Fortbestand der Spezies zu sichern? Da bin ich mir noch nicht so sicher, an was ich glauben soll. Missbrauch hier, Missbrauch dort: Der kleine Karli wurde 1968 von einem Priester am Ohrwaschl so gezogen, dass er sich in die Hosen machte. MEDIENSPEKTAKEL. Dass der kleine Karli dann 1968 zuhause nochmal grün und blau geschlagen wurde, weil er sich in die Hosen machte und Prügel dafür die angemessene Konsequenz schienen, davon spricht keiner. Wäre ja auch nicht im Sinne der Medien, weil das damals jeder so machte. Ich wills nicht herabspielen, jedoch sehe ich keinen Grund dafür aus einem Verein auszutreten, der in Österreich aktuell 1,600,000 Mitglieder hat und davon 100 Mitglieder auf die letzten 40 Jahre (das wären dann wahrscheinlich aufgerechnet ~3 Mio. Mitglieder) krumme Dinger drehten. Wenn man sich hier einen Prozentsatz ausrechnet und dann die Nationalratsabgeordneten seit 1970 hernimmt und überprüft welche davon ihre Kinder misshandelt haben, dann wird vermutlich der selbe Prozentsatz rauskommen.

Was ich aber sehr wohl kritisiere, ist dass ich 205 Euro Jahresbeitrag zahlen soll, wobei mir keiner erklären kann warum? War ich als 2 Jähriger geschäftsfähig als ich in die Kirche eintrat? War ich als 14 Jähriger geschäftsfähig als ich mich firmen ließ und nebenbei das Jamba-Monats-Package aufs Handy bekam? Ich schätze die Kirche als Seelsorger und schätze auch die christlichen Werte, vielleicht wäre ich auch bereit dafür zu spenden, verpflichtet dazu habe ich mich jedoch nicht. Und für meinen Glauben und mein abendliches Gebet, brauche ich keinen Kirchturm.

Gute Nacht

geschrieben von stefan | 18 Mär, 2010, 22:36
Wenn sich im Land der Träume, Fuchs und Igel Gute Nacht sagen und der gelblich schimmernde Mond über die Sterne am Himmelszelt wacht, die Enten bewegungslos und mit eingezogenen Köpfen am glitzernden dunklen Seewasser treiben, der warme Wind leise die Schilfblätter tanzen lässt, dann kann es sein, dass ein kleines helles Lichtlein, wie ein Glühwürmchen zu dir schwebt und ganz langsam auf deinen Lippen landet und ein warmes Gefühl in dir auslöst, so als ob jemand den du wirklich lieb hast bei dir ist. Das kleine Lichtlein ist das Bussi, dass ich, wenn ich nachts vor dem Schlafengehen in die Dunkelheit blicke, auf meine Handfläche lege und es Richtung Fenster in die Nacht hinaushauche, damit ich dich immer in meinem Herzen weiß.

Gedanken fahren mit meinem Auto..

geschrieben von stefan | 17 Mär, 2010, 22:39
Ich habe heute beim Autofahren überlegt, wie ich mir meine Zukunft vorstelle. Will ich dieses kurzweilige Leben führen, dass einem die heutige Gesellschaft schmackhaft macht? Tief im Inneren wünsche ich mir Sicherheit, Halt, eine dauerhafte Beziehung, Harmonie und Ruhe. Viele Menschen in meinem näheren Umfeld sind sogenannte Partypeople, 3-4 mal in der Woche auf Achse, in Bars, Restaurants und Discos. Das gibt mir wiederum gar nichts, der Gedanke daran, so oft in der Woche spät heimzukommen und dann nach Zigarettenrauch und Alkohol zu riechen, widert mich regelrecht an. Und immer wieder springe ich auf diesen Strom der breiten Masse auf. Kurze Bekanntschaften, ausgelassene Parties und wilde Feste, spontane Aktivitäten und dann das große Erinnern an diesen Grundgedanken: Sicherheit, Harmonie und Ruhe. Bamm - Frustration. Und warum? Ich weiß es nicht; vielleicht ist es die Anst vor der Einsamkeit.